Chorfestival 2009 in Wien

In Chorreisen ist unser Sophie-Barat-Chor, der unter Leitung von Frau Pünder mit 69 Chorsängerinnen und -sängern die Flugreise nach Wien im Mai dieses Jahres antrat, nicht ungeübt, erinnert sei an Frankreich, Spanien, Italien (Rom), Polen und Schweden. Dennoch klingt hinsichtlich dieses Wienbesuchs aus der Erinnerung des Chores ein ganz besonderes Erlebnis: eine Begegnung von vier Chören, ein Chorfestival mitüberwältigenden Erfahrungen.

Im Mai 2009 fuhr der Sophie-Barat-Chor nach Wien, um dort die Sacré-Coeur-Schule am Rennweg zu besuchen und mit dem Chor dieser Schule zusammen einige Tage zu verbringen und zu musizieren. Durch den Besuch des Wiener Schulchores bei uns in Hamburg im Dezember 2008 kannten wir unsere Gastgeber bereits. Wir wussten auch, dass wir in Wien noch einen Weiteren Chor aus Taipei /Taiwan treffen würden. Doch dass dieses Treffen ein großartig durchgeplantes Chorfestival von vier Chören sein Würde, überraschte uns erst vor Ort. Die Höflichkeit der Wienerinen und Wiener war uns in Hamburg schon aufgefallen, doch die Gastfreundschaft übertraf das Maß unserer Erwartungen.

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Erster Tag

Kurz nach 6.00 Uhr versammelten sich 69 müde Chormitglieder in der Fuhlsbüttler Abflughalle für den kurzen Flug nach Wien. Alle waren ausgesprochen still, viele schliefen noch einmal. Am Flughafen in Wien empfingen uns die Wiener Chorleiterin „Professor“ Prinz-Lien und der hilfreiche ehemalige Schüler Mike, die uns direkt mit dem Zug zu der zentral gelegenen Sacté-Coeur-Schule am Rennweg brachten. In den gut ausgestatteten Räumlichkeiten der Schule (eigene große Kirche, Krypta, Klostergatten, Sportplatz) trafen wir zum ersten Mal den Schulchor aus Taipei (12- bis 15-jährige) und die Wiener Chorkinder (10- bis 17-jährige). Beim Schulrundgang fielen uns sofort die aufwändig gestalteten Plakate und Banner mit den Logos der vier teilnehmenden Chöre auf: Sacred Heart School, High School for girls aus Taipei, Sacré-Coeur Pressbaum, eine nahe Wien gelegene Sacré-Coeur Schule, Gymnasium Sacré-Coeur Wien und Sophie-Barat-Schule Hamburg.Unsere Erwachsenen und die jungen bezogen ihr Quartier im Hotel Priebitzer, fünf Minuten von der Schule entfernt, während Frau Pünder, Frau Scheele, die Mädchen und die beiden Knaben in einem Schwesternheirn der Franziskanerinnen herzlich und fürsorglich aufgenommen wurden. Nach einer Pause in der Schulkrypta fuhren wir mit drei Chören direkt in das Schloss Belvedere, in dem Gemälde österreichischer Maler ausgestellt sind. Beeindruckend war dort Gustav Klimts Bild „Der Kuss“. Anschließend gab es in der Schule Mittagessen, wo wir täglich liebevoll und reichlich bekocht wurden. An diesem Abend besuchten wir die Wiener Volksoper und sahen „La Bohème“ von Puccini.

Zweiter Tag

Der Tag begann mit englischsprachigen Präsentationen jeder der vier Schulen (der Schulchor der Pressbaumschule war dazugekommen). Besonders ausführlich war die der Taiwanesen und ihrer Kultur. Anschließend veranstalteten Wir ein gemeinsames Konzert im Amtshaus in einem schönen neobarocken Saal, bei dem die vier Chöre füreinander musizierten. Wir sangen Songs aus der Westside Story von Leonard Bernstein. Uns beeindruckten die Mädchen aus Taipei mit ihrer bis ins Kleinste übereinstimmenden Schul-uniform. Sie führten nicht nur gesanglich, sondern auch in Tanzform und blockflötend eine fehlerfreie Performance auf. Alle Chöre sangen abschließend gemeinsam „Hand in Hand“ und „You are holy“.Danach besuchten wir gemeinsam das „Haus der Musik“, ein Museum, in dem Musik als Sinneserlebnis undPhänomen erfahrbar wurde. Zum Abendessen hatte das Küchenteam unserer Gastgeber in der Krypta der Schulkirche ein mehrgängiges Festmahl für alle ca. 200 Teilnehmer an gedeckten Tischen vorbereitet. Es gab traditionelles Wiener Schnitzel, vom Ehemann der Chorleiterin, Georg Prinz, höchst persönlich zubereitet. Alle waren begeistert. Eine Disco für die „Jugend“ und gemütliches Beisammensein für die „Erwachsenen“ ließen diesen erlebnisreichen Tag der Kulturen ausklingen.

Dritter Tag

Den Vormittag widmeten wir der Fahrt und Besichtigung des Schlosses Schönbrunn mit “Sissis“ Gemächern und dem wunderschönen Schlossgarten. Anschließend gingen drei Chöre in vier Schichten in einem Wiener Lokal essen. Nach einem freien Nachmittag bei wunderschönstem Sommerwetter traf sich unser Chor zunächst zur Arbeit, einer Chorprobe, anschließend zum Vergnügen, zur Heurigen-Fahrt in ein traditionelles Wiener Weinlokal. Bei einigen Gläschen Wein und deftigem Essen hatten wir Zeit für unsere Chorgemeinschaft.

Vierter Tag

Frühmorgendliches Kofferpacken, intensives Einsingen und anschließende Fahrt zum Stefansdom in der Innenstadt. Dort hatten wir die Ehre, die musikalische Gestaltung der Messe um 12 Uhr zu übernehmen: Dieses Erlebnis war der musikalische Höhepunkt unserer Reise!Wir sangen Werke von Mendelssohn, Britten, Wilson und Bantzer. Nach dem gelungenen Gottesdienst versammelten wir uns spontan vor der Kirche und sangen in Anwesenheit vieler Schaulustiger zum Hochzeitstag eines langjährigen Chormitgliedes und seiner mitreisenden Frau zwei Mendelssohn-Motetten, open air!Danach verteilte sich der Chor. Einige gingen zum Einkaufen ins „Manner Haus“, andere sonnten sich im Schlossgarten. Am Nachmittag trafen wir uns zu einem letzten Essen in der Schule und bedankten uns beim Küchenteam mit Chorgesang. Die Krypta bebte!
Diese Reise war etwas ganz Besonderes, denn wir haben eine Stadt, neue Menschen und die Gemeinschaft der Sacré-Coeur-Schulen kennen gelernt. Eine ganz besondere Überraschung und Freude war für uns das Wiedersehen mit Schwester Peters, die im Konvent dieser Schule wohnt und als Provinzialoberin den Sacré-Coeur-Orden in einigen Ländern Europas vertritt. Sie begleitete uns über die Tage und besuchte unsere Konzerte.

Herzlichen Dank an Frau Pünder, die diese Reise ermöglichte, an alle Wiener (mit ihrer sprichwörtlichen Gastfreundlichkeit), besonders an die Chorleiterin Frau Prinz-Lien und an alle anderen, die zum Gelingen dieser unvergesslichen Reise beigetragen haben.

Enten Siegs und Julia Wilmanns, 2. Sem.